Historie                                                                  1. Jugend-Tambour-Corps Sankt Augustin "Blau-Weiß-Menden" 1974 e.V.

Die im Jahr 1974 erfolgte Gründung des "1. Jugend-Tambour-Corps Sankt Augustin "Blau-Weiß-Menden" 1974 e.V." geht auf die Initiative von Herrn Herbert Stohr und einiger ihn unterstützender Mendener Bürger zurück.

Sie wünschten sich für Menden einen ortsansässigen Klangkörper.

Denn außer dem Männerchor Menden, der im Jahre1859 gegründet wurde und der in Menden hohes Ansehen genießt sowie konfessionellen Musikvereinigungen gab es in Menden kein Angebot, das dem Bedürfnis der Mendener Ortsvereine nach musikalischer Begleitung bei öffentlichen Auftritten und Umzügen nachkommen konnte. Den auf früheren Zeiten zurückreichenden Bemühungen der "Freiwilligen Feuerwehr" und der "Karnevalsgesellschaft" um eine Etablierung von Musikvereinen waren jeweils nur kurzzeitige Erfolge beschieden
Im Zusammenhang mit der Gründung unseres Vereins sind neben Herrn Stohr namentlich noch zu nennen die Herren Kefferpütz, Sawatzki, Ranke, Bannach, Frölich und Fusshöller. Sie beschlossen am 8. März 1974 bei einer improvisierten Zusammenkunft in der Gaststätte "Zur alten Post" die Gründung des Vereins, einigten sich auf den Vereinsnamen, der nach zwei geringfügigen Änderungen auch heute noch geführt wird und verabschiedeten eine erste Satzung. Diese sieben Herren bildeten auch den ersten Vereins-Vorstand, der sich wie folgt zusammensetzte:

  • 1. Vorsitzender - Herbert Stohr
  • 2. Vorsitzender -  Karl-Heinz Kefferpütz
  • Geschäftsführer - Günter Sawatzki
  • Schatzmeister - Axel Ranke
  • Kassierer Siegfried - Bannach
  • Zeugwart Helmut - Frölich
  • Beisitzer Heinrich - Fusshöller

Durch großzügige Spenden Mendener Geschäftsleute und einem Zuschuss der Gemeinde konnte die Anschaffung der Instrumente für die damals mehr als 50 jugendlichen Spielleute finanziert werden.

Der erste offizielle Auftritt wurde am 21. Juli 1974 durch die Teilnahme am Tambour- und Fanfarenwettstreit in Friedrich-Wilhelms-Hütte wahrgenommen, bei dem unser Corps einen dritten Platz belegen konnte.

In der Karnevalssession 1974/75 begleitete das Corps - erstmals im Mendener Karneval - den damaligen Prinzen "Heinz I." (Heinz Werz), der später unser erstes Ehrenmitglied wurde.
Ab 1975 traten die jugendlichen Aktiven in einheitlicher Spielkleidung auf, die von Herrn Arthur Kaupert geschneidert und gestiftet wurde.
Für diese Leistung wurde Herr Kaupert gesondert geehrt. Im gleichen Jahr, in dem unser Corps anlässlich seines 1. Stiftungsfestes am 1. Mai 1975 seinen 1. nationalen Fanfaren- und Tambourwettstreit ausrichtete, gab auch unser damaliges Vereins-Maskottchen, ein Zwergesel namens "Hannibal", sein Debüt. Er war bis zum Jahre 1978 ein treuer Begleiter des Corps und stand bei unserem früheren Vereinsmitglied "Manni" Schmitz im Futter. Dieser sorgte auch dafür, dass der stattliche Vertreter seiner Rasse zu den vielen Auftrittsterminen des Vereins transportiert wurde und dadurch immer die besondere Aufmerksamkeit der Zuschauer auf sich zog.


In den Folgejahren beteiligte sich unser Corps an vielen wichtigen Wettkämpfen und Freundschaftstreffen und richtete selbst einige internationale Musikveranstaltungen aus, die von zahlreichen in- und ausländischen Corps besucht wurden. Als Mitglied im "Verband der Fanfaren- und Tambourcorps Nordrhein Westfalen" und dem "Bezirksverband NR 2" wurden dem Corps darüber hinaus die Ausrichtung einer Reihe von Schulungs- und sonstigen Verbandsveranstaltungen übertragen.
Personen prägen den Verein

Maßgeblichen Anteil an der stetigen Aufwärtsentwicklung des Vereins hatten in den Folgejahren insbesondere Herr Friedrich Honnecker, der in seiner Zeit als Geschäftsführer die erste regelmäßig erscheinende Vereinszeitschrift herausgab sowie die Familien Zöller, Paland, Lenschau und Pätzold, Frau Maria Witsch als der "gute Geist der Kompanie", Herr Holger Sperling sowie der im Jahre 1982 verstorbene Peter Breuer, die in ihren Funktionen im Vereinsvorstand wichtige Auf- und Ausbauarbeit leisteten.

 

Aber auch "stille" Förderer wie das erste Ehrenmitglied des Vereins, Heinz Werz, die Eheleute Fischer und Klein haben wesentlich dazu beigetragen, das Ansehen des 1. Jugend-Tambour-Corps zu festigen.


Als besonderer Glücksfall hat sich aber die Vereinsmitgliedschaft von Raimund Schmitz dem langjährigen 1. Vorsitzenden, erwiesen.

Er war von Anfang an dabei und übernahm bereits in jungen Jahren maßgebliche Führungspositionen.

Sein Talent, Jugendliche und deren Eltern an den Verein zu binden und sie zur aktiven Mitarbeit im Corps und dessen Vorstand zu motivieren, sind die Grundlage dafür, dass das 1. Jugend-Tambour-Corps heute auf sein über 40-jähriges Bestehen zurückblicken kann.
Denn neben großartigen Erfolgen gab es auch herbe Rückschläge. Außer einer vom ehemaligen Vereins- und Vorstandsmitglied Herbert Stohr veranlassten Gründung eines neuen Musikcorps, dem aber keine lange Überlebensdauer beschieden war, befasste sich der Vereinsvorstand im Jahre 1989 u. a. mit der Frage einer Fusion mit dem Tambourcorps "Einigkeit Alt Troisdorf" und der Alternative einer Vereinsauflösung.

Mit Mühe und Not konnten seinerzeit für Auftritte 6 bis 8 Spielleute "zusammengetrommelt" werden - mit einem diese Schwächen überbrückenden Tambour-Major Raimund Schmitz an der Spitze.
Durch vielfältige Werbemaßnahmen - u.a. abendliche Haustürbesuche, Postwurfsendungen und durch von Raimund Schmitz vor Schulklassen durchgeführte Informationsgespräche - konnte die größte Schwächephase des Vereins aber überwunden werden.


Mit frischem Schwung in die 90er Jahre

Im Herbst 1991 wurde die im Jahre 1975 von Herrn Kaupert gestiftete Umhang-Uniform und die einer Bärenfellmütze nachempfundene Kopfbedeckung durch eine maßgeschneiderte Anzug-Uniform mit farblich passender Weste und Krawatte abgelöst. Man kam damit einem immer nachhaltiger vorgetragenen Wunsch der Aktiven nach, die sich ein zeitgemäßeres "Outfit" wünschten.

Der dafür notwendige Geldbetrag war der größte Einzelposten, über den der Vorstand seit Bestehen des Vereins zu beraten und entscheiden hatte. Eine solide Kassenführung und die Beachtung der in der Vereinssatzung niedergelegten Grundsätze führten damals zu dem Beschluss, die Finanzierung aus Vereinsmitteln zu bestreiten. Anders als in den meisten Vereinen, wird die Uniform daher allen unseren Aktiven kostenlos zur Verfügung gestellt.


Anlässlich des 25-jährigen Bestehens richtete unser Verein am 12. und 13. Juni 1999 eine große Festveranstaltung in der Aula der Hauptschule Menden aus, an der über 20 Vereine teilgenommen haben. Die hierzu herausgegebene 44seitige Festschrift kann beim Vereinsvorstand kostenlos angefordert werden. Aus gleichem Anlass fand am 26. November 1999 im "Haus Menden" zusammen mit dem "Tambourcorps Notscheid" - mit dem wir insbesondere durch dessen Leiter, Herrn Wilfried Schützeichel, der Arrangeur der meisten von unserem Verein gespielten Musikstücke ist - enge Kontakte pflegen und dem "Spielmannszug Ferntal", mit dem wir gleichfalls seit vielen Jahren freundschaftlich verbunden sind, ein abendliches Festkonzert statt.

Prinz Raimund
Prinz Raimund

Ein einmaliger Höhepunkt war die Karnevalssession 1999/2000:


Unser 1. Vorsitzender, Raimund Schmitz, führte die Mendener Narren als "Prinz Raimund"  in das neue Jahrtausend. Seine Auftritte - hervorragend organisiert von dem Adjutanten Klaus-Dieter Kucht -, die von einem prächtigen Gefolge begleitet wurden, haben im Mendener Karneval Begeisterungsstürme ausgelöst. Unsere jugendlichen Aktiven sowie Vereinsmitglieder und Freunde des Prinzen stellten die farbenfrohe und beste Karnevalsstimmung verbreitende Begleitung für einen stürmisch gefeierten Prinzen.
Es war eine Session, die für unser Corps, insbesondere aber für alle Narren von Menden und den benachbarten Gemeinden, in denen "unser" Prinz mit seinem Gefolge auftraten, unvergessen bleiben wird.

 

Vereinsarbeit

Den sich aus der Vereinssatzung ergebenden Verpflichtungen zu einer aktiven Jugendarbeit, die in § 2 der Satzung neben der Vermittlung musikalischer, volks- und heimatkundlicher Kenntnisse auch die Durchführung von Fahrten und Wanderungen sowie die Organisation von Veranstaltungen zur Pflege und Förderung der Interessen der Jugendlichen vorschreibt, kommt die Vereinsführung mit über dem Durchschnitt liegenden Leistungen in vielfältiger Weise nach.


So wurde beispielsweise ab dem Jahre 1980 schrittweise die bis dahin übliche Musikausbildung nach der sogenannten "Kreuzchen-Methode" durch eine fundierte Notenlehre ersetzt - damals noch durch die Heranziehung auswärtiger Lehrkräfte.

 

Heute verfügt das Corps über eigene vom Verband geprüfte, qualifizierte Lehrkräfte sowie eine größere Anzahl Jugendlicher, die durch verbandsseitige Schulungsmaßnahmen ebenfalls einer entsprechenden Qualifikation zugeführt wurden.


Ohne die Leistungen der anderen Aktiven zu schmälern, müssen an dieser Stelle der außerordentliche Einsatz von Holger Sperling, Bernd Wysk und Heike Anhalt gewürdigt werden, die während ihrer jeweiligen aktiven Vereinstätigkeit wichtige Impulse bei der Jugendarbeit und Musikausbildung beisteuerten.

 

Für die beste Ausbildung von Jugendlichen in der Instrumentalmusik wurde das Corps 1991 vom Deutschen Volksmusikerbund besonders ausgezeichnet.

 

In die Nachfolge der drei "Ehemaligen" ist Alexandra Kucht eingetreten. Sie leitet seit Jahren in verantwortlicher Position die Jugendarbeit und ist dem Verein als stellvertretender Tambourmajor und Mitglied im Vereinsvorstand eine wichtige Stütze bei der Wahrnehmung seiner Aufgaben.


Zu einer festen Einrichtung unseres Corps gehört die Begleitung der Mendener Karnevals-Tollitäten bei ihren großen öffentlichen Auftritten und die Teilnahme am traditionellen Rosenmontags-Festumzug.

Der "fünften Jahreszeit" entsprechend treten unsere Aktiven dann in bunten Maharadscha-, Musketier-, Schornsteinfeger-, Indianer-, Landsknecht-, HarlekinCR- oder blauen Fischer-Kostümen auf.


Weiter bietet der Verein während der Sommerferien seit Jahren ein umfangreiches und meist kostenloses Freizeitprogramm in Form von Fahrten in in- und ausländische Freizeitparks oder Zeltlagern und Jugendherbergen an, das durch abwechslungsreiche Programme (Radtouren, Nachtwanderungen, improvisierte Gemeinschaftsspiele und Kinobesuche) für Kurzweil und großen Spaß sorgen. Die diesjährige Freizeitmaßnahme führte beispielsweise nach Berlin - Impressionen dieser Veranstaltung sind durch anklicken dieses LINK abrufbar.

 

Bereits Tradition sind die jährlichen Weihnachtsfeiern  mit einem von Magiern, Zauberern und Akrobaten begleiteten Rahmenprogramm und dem Auftritt eines gut gelaunten Nikolaus, der die Aktiven aus seinem prallgefüllten Gabensack für die Leistungen der vergangenen Monate stets reichlich entlohnt.

 

Aber auch durch die Teilnahme an den vielen Treffen mit befreundeten Musikvereinen in der Region und darüber hinaus bietet das 1. Jugend-Tambour-Corps seinen Aktiven reichlich Abwechslung, die in den Karnevalstagen bis zu einem gesunden Stress ausarten können.